Was ist Dyskalkulie?

Unter Rechenstörung versteht man die Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar sind.

Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie:

  • Addition
  • Subtraktion
  • Multiplikation
  • Division


weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten.

Ursache und Formen

Ursachen der Dyskalkulie:

  • genbedingt
  • es gelten Orientierungs- und Wahrnehmungsstörungen, die insbesondere die Raum- und Zeitorientierung, die visuelle Wahrnehmung, die visuelle Vorstellungskraft und das Gedächtnis betreffen :
  • Primärdyskalkulie
  • biogenetisch bedingt- im Umgang mit Zahlen tritt eine zeitweise Unaufmerksamkeit auf
  • es herrschen differenzierte Sinneswahrnehmungen
  • Rechenoperationen werden fehlerhaft ausgeführt

Sekundärdyskalkulie

Davon spricht man wenn die Primärdyskalkulie durch verschiedene Ereignisse verstärkt wird, die sich im Kind, um das Kind oder in der Schule ereignen

Die Ursachen können sehr vielseitig sein:

  • schulische Faktoren, wie gestörtes Lehrer-Schüler-Verhältnis, mangelnde Unterrichtsqualität, Lehrerwechsel
  • familiäre Faktoren, wie schwierige familiäre Situation (Scheidung der Eltern,
  • Tod eines Familienmitgliedes) u. a.
  • soziale Faktoren, wie Störung des Sozialverhaltens
  • psychische Faktoren, wie fehlendes Selbstvertrauen, niedrige Erfolgszuversicht, Depression, etc.


Symptome sind mit der einer Primärdyskalkulie vergleichbar

erworbene Rechenschwäche:

  • wird im Gegensatz zur Dyskalkulie durch bestimmte Ereignisse erworben
  • die Ursache sind in den gleichen Bereichen zu suchen, die eine Sekundärdyskalkulie ausmachen
  • die Unaufmerksamkeit in Kontakt mit Zahlen und Mengen tritt nicht so deutlich hervor
  • Sinneswahrnehmungen sind nicht differenziert
  • Symptome sind mit der einer Primär- / Sekundärdyskalkulie vergleichbar

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Symptome und Diagnos

Symptomatik:

  • auffallend große Schwierigkeiten beim Rechnen
  • keine Vorstellung von Mengen und Größen
  • das Kind zählt immer wieder neu ab
  • Berechnungen benötigen viel Zeit
  • Geübtes und Zwischenergebnisse werden schnell wieder vergessen
  • keine Verbesserung durch ständiges Üben
  • Rechenfehler werden nicht erkannt
  • Duldung widersprüchlicher Ergebnisse nebeneinander
  • Textaufgaben werden nicht verstanden

Diagnostik:

  • Anamnese
  • Einsatz standardisierter förderdiagnostischer Testverfahren mit qualitativer Auswertung
  • informelle Testung mit qualitativer Auswertung
  • qualitative Fehleranalyse vorhandener Leistungen


Die Diagnostik einer eventuell vorliegenden Dyskalkulie oder Rechenschwäche ist in unserer Einrichtung mittels AFS - Computertestverfahren in den Ferien oder sonnabends möglich.

A - Aufmerksamkeit
F - Funktion / Teilleistung / differenzierte Sinneswahrnehmungen
S - Symptom


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